Dachtet Ihr bisher, es gibt nur Guerilla-Werbekampagnen? Weit gefehlt. SolarWorld zeigt gerade, wie man eine Guerilla-PR-Kampagne vom feinsten starten kann. Nicht nur die Blogosphäre, sondern auch die Printmedien, Fernseh und Radiosender haben den aktuellsten PR-Gag von Solarworld aufgegriffen und die meisten meinen ernsthaft, es wäre ernst gemeinst. Wie, Ihr habt es noch nicht gelesen? Dann will ich hier Ausschnitte aus der PM zitieren:
“Die SolarWorld AG plant dem US-amerikanischen Automobilkonzern General Motors (GM) das Angebot zu unterbreiten, die vier deutschen Werke und das Entwicklungszentrum in Rüsselsheim der Adam Opel GmbH zu übernehmen. Dafür kann die SolarWorld AG Opel Barmittel in Höhe von 250 Mio. Euro und Banklinien von 750 Mio. Euro vorbehaltlich einer Bundesbürgschaft bereitstellen. Der bisher ausschließlich in der Solartechnologie aktive Konzern würde damit Opel zum ersten ‘grünen’ europäischen Autokonzern weiterentwickeln. Kernvoraussetzung für die Abgabe des Angebotes zur Übernahme ist die komplette Trennung aus dem GM-Konzern und eine Kompensationszahlung von 40.000 Euro pro deutschem Arbeitsplatz (insgesamt 1 Mrd. Euro).”
Damit alles plausibel klingt, wird noch folgende Erläuterung nachgelegt: “Die SolarWorld AG hatte vor zwei Jahren in einem ähnlichen Fall die Solarsparte des Shell-Konzerns mit einer Kompensationszahlung von 100 Mio. Euro übernommen, diese an Standorten in den USA konsequent modernisiert und im laufenden Jahr in die schwarzen Zahlen geführt. ‘Nachhaltigkeit ist ein umfassendes Konzept. Die Herausforderungen des Klimaschutzes und des Marktes lassen sich nur durch einen Übergang von Automotive- zu Sunmotivekonzepten bewältigen’, sagte SolarWorld Chef Frank H. Asbeck. Der Konzern arbeitet bereits seit einigen Jahren an der Entwicklung und Erprobung von Elektrofahrzeugen, die mit Solarenergie erfolgreich Rennen bestreiten.”
Eigentlich ist alles möglich, seitdem die kleine Porsche AG die Volkswagen AG fast im Handstreich übernommen hat. Aber wer glaubt ernsthaft, dass die Solarworld einen so großen Fisch schlucken kann. Es haben uns andere Autokonzerne vorgemacht, wie viele Milliarden man versenken kann, wenn man einen Wettbewerber aufkauft. Und die kennen sich in der Branche aus. Für Solarworld wäre das ein Ausflug in eine komplett neue Welt. Und die Altlasten würden die kleine SolarWorld in die Knie zwingen. Aber wenn man genau zwischen den Zeilen liest, dann erkennt man, dass sich hier die Solarfirma nur ins Gespräch bringen will. Und das macht sie sehr erfolgreich. Kompliment.
